Wer aus Europa kommt, vielleicht gewöhnt an Kitesurf Salento, an das Kitesurf Adriatico oder die klassischen Spots in Puglia, findet ein anderes Szenario vor: keine Neoprenanzüge, keine Schuhe, nur Lycra, Boardshorts und viel Sonnenschutz. Die flachen Lagunen, die mit der Tide entstehen, erinnern an manche Lagunenspots in Italien oder Marokko, doch hier bleibt die Wassertemperatur das ganze Jahr über zwischen 25 und 30 °C. Wenn der Kuzi jedoch über 25 Knoten pumpt, ist Zeit, das 7m-Kite auszupacken und zwischen natürlichen Kickern und langen Wellen, die sich am Riff abrollen, zu spielen. Und wenn der Wind ausfällt? Safaris, Mida Creek bei Sonnenuntergang, Yoga in Baumhäusern und Fish-BBQs mit lokalen Fischern vertreiben jede Langeweile.
- Wind: zwei Passatzeiten (Kaskazi und Kuzi) mit mittleren 20–30 Knoten und Cross / Cross-On- Richtung, ideal für Sicherheit.
- Wasser: flache Lagunen auf weißem Sand, Riffe mit kraftvollen Wellen, Wassertemperatur stets zwischen 25 und 30 °C, keine Neoprenanzüge nötig.
- Level: perfekt sowohl für Kitesurf für Anfänger als auch für fortgeschrittene Rider, die Wellen und Big Air suchen.
- Logistik: FlĂĽge via Nairobi nach Malindi oder Mombasa, einfache Transfers, gĂĽnstige Tuk-Tuks, um sich zwischen den Spots zu bewegen.
- Abseits des Kite: Safaris in Tsavo, Mida Creek, Schnorcheln, Tauchen, ruhiges aber intensives Nachtleben mit Beachbars und Partys im Sand.
Kitesurf Watamu Kenya: Wind, Jahreszeiten und Bedingungen des „afrikanischen Paradieses“
Um zu verstehen, warum Kitesurf Watamu Kenya als eines der besten Kitesurf-Spots Italien… außerhalb Italiens gilt, muss man beim Wind anfangen. Hier wirken zwei Hauptsysteme: der Kaskazi, ein Nordost-Passat, der von Dezember bis April weht, und der Kuzi, ein Südost-Passat, der zwischen Juni und September dominiert. Beide sind äquatoriale Winde, sehr regelmäßig, mit kontrollierten Böen und fast immer in Kreuz- oder Cross-Onshore-Richtung, also perfekt auch für Einsteiger.
In der Kaskazi-Saison sieht ein typischer Tag so aus: ruhiger Morgen, ideal für eine SUP-Paddeltour oder für eine theoretische Lektion zum Kitesurfen lernen, und der Wind setzt gegen 11 Uhr entschlossen ein. Im Schnitt liegen die Werte bei 20–25 Knoten. Die meistgenutzten Größen? Ein 9m-Kite wird fast zur natürlichen Verlängerung der Arme, während das 12m-Kite in Stunden mit etwas schwächerem Wind oder für entspanntes Freeriden bei Sonnenuntergang zum Einsatz kommt.
Mit dem Kuzi, von Juni bis September, ändert sich die Musik. Der Wind verstärkt sich, erreicht oft 25 Knoten und es ist nicht ungewöhnlich, an „getriebenen“ Tagen Werte über 30 Knoten zu sehen. In dieser Zeit finden Big Air- und Loop-Liebhaber ihr Terrain. Das 7m ist kein Luxus, sondern ein Muss im Kit. Gleichzeitig wachsen die Wellen: Swells des Indischen Ozeans treffen auf Riffe und Sandbänke, schaffen kraftvolle Breaks und klar strukturierte Line-Ups, die Wave-Rider anziehen.
Die Luft bleibt das ganze Jahr über warm, mit Spitzen über 30–36 °C in der Kaskazi-Zeit. Der Kuzi bringt nur leichte Erleichterung, aber niemals ein Kältegefühl. Das Wasser, stets zwischen 25 und 30 °C, erlaubt es, den Neoprenanzug völlig zu vergessen: Boardshorts, Badehose, UV-Lycra — und du bist bereit für endlose Sessions. Für diejenigen, die an Kitesurf Ionio im Frühling oder an Kitesurf Adriatico im Herbst gewöhnt sind, ist das Fehlen der Neoprene bereits eine kleine Revolution.
Ein oft unterschätzter Aspekt ist die Sicherheit durch Windrichtung und Regelmäßigkeit. Cross-Onshore bedeutet, dass man im Fehlerfall, bei Sturz oder Problemen mit dem Kite immer Richtung Ufer treibt und nicht aufs offene Meer hinaus. Das mindert die Angst erheblich, besonders für jene, die einen Kitesurf-Kurs besuchen oder ihre ersten Schritte als Kitesurf für Anfänger machen, vor allem auf offenem Meer. Hier fühlt es sich an, als stünde ein großes „Wasser-Teppich“ zur Verfügung — ohne das Risiko, abgetrieben zu werden.
Um eine schnelle Ăśbersicht ĂĽber die Jahreszeiten zu geben, hier eine nĂĽtzliche Zusammenfassung, die du beim Planen deiner Kitesurf-Reise nach Kenya in der Tasche haben kannst.
| Zeitraum | Hauptwind | Mittlere Intensität | Richtung | Empfohlene Kite-Größen | Idealer Stil |
|---|---|---|---|---|---|
| Dezember – April | Kaskazi (NE) | 20–25 Knoten | Cross / Cross-Onshore | 9m – 12m | Freeride, Anfängerkurse, Foil bei mittlerem Wind |
| Juni – September | Kuzi (SE) | 25 Knoten, mit Spitzen 30+ | Cross / Cross-Onshore | 7m – 9m | Wave Riding, Big Air, Downwind über das Riff |
| Oktober – November / Mai | Übergang | Variabel, 10–18 Knoten | Unregelmäßig | 12m – 15m / Foil | Foil, SUP, alternative Aktivitäten |
Mit diesem Windrhythmus wird Watamu so etwas wie eine tropische Zwillingsschwester einiger berühmter Mittelmeer-Spots: Wer bereits Kitesurf in Marokko zwischen Dakhla und Essaouira probiert hat, findet dieselbe Kontinuität an Sessions wieder, aber in einem wesentlich wilderen und grüneren Umfeld. Der rote Faden bleibt derselbe: verlässlicher Wind, Spots entlang einer weiten Bucht und Platz für alle — von Foil-Ridern bis zu Strapless-Fans.
Wie du den richtigen Zeitraum für deine Kite-Reise nach Watamu wählst
Die Wahl der besten Reisezeit hängt davon ab, was du suchst. Für einen Rider, der noch in der Phase des Kitesurf für Anfänger ist, ist oft die Kaskazi-Saison am empfehlenswertesten. Der Wind setzt progressiv ein, du hast Zeit, die Ausrüstung in Ruhe vorzubereiten und vor allem sind die flachen Lagunen leichter zu lesen. Stell dir einen typischen Schüler vor, Luca: ein paar Sessions im Salento, ein paar Crashes im Adriatischen Meer mit Chop und Windlöchern. In Watamu, mit regelmäßigen 20–22 Knoten auf glattem Wasser, wird sein Waterstart endlich flüssig.
Wer hingegen von Sprüngen, Kickern und Spray lebt, findet im Kuzi mehr Reiz. Die Swells des Ozeans kommen größer, Reef-Sektionen funktionieren besser und die Welle wird zum natürlichen Playground für Strapless und Twin-Tip. Es ist das Reich für bereits versierte Rider, vielleicht nach Stationen an Spots wie dem Kitesurf auf Mauritius oder anderen Wave-Destinationen der Welt. In diesem Fall lautet die Devise Kontrolle: kleinere Kites, sorgfältiges Trim und Respekt vor dem Riff.
Die Zwischensaison kann eine clevere Wahl sein, wenn du eine Mischung möchtest: Tage mit sanfterem Wind, ideal für Foil und lange Sessions, abwechselnd mit Tagen mit stärkerem Wind für ein paar entschlossene Jumps. Es ist auch die Zeit, in der das Dorf etwas ruhiger ist: weniger Menschen, mehr Platz an der Bar, um Tips mit lokalen Instruktoren auszutauschen.
Kurz gesagt, Watamu ist nicht nur ein Punkt auf der Karte, sondern ein echter Windkalender: du musst nur die passende „Seite“ je nach deinem Level und Fahrstil wählen.
Lagunen, Riffe und Sandbänke: Die Spots von Watamu erklärt wie in einer Privatstunde
Die Küste von Watamu erstreckt sich über etwa fünf Kilometer schneeweißen Sand, unterbrochen von Riffzungen und Sandbänken, die sich mit der Tide verändern. Für einen Kiter bedeutet das eins: verschiedene Spots am selben Ort. Je nach Tageszeit und Level kannst du flaches Wasser an den Sandbänken wählen, leichten Chop nahe am Riff oder echte Wellen an der Barriere.
Einer der Stärken Watamus ist die Präsenz mehrerer Schulen entlang der Bucht, strategisch in der Nähe natürlicher Lagunen platziert. Hier bleibt das Wasser über mehrere Meter flach — ideal für jene, die ihren Kitesurf-Kurs starten. Sandro, ein Anfänger aus Mailand, erzählte, dass er genau dank dieser Naturpools aufgesperrt wurde: keine Angst, nicht den Boden zu berühren, keine Wellen, die ihn nach jedem Sturz überrollten. Nur warmes Wasser, stabiler Wind und der Lehrer immer in Reichweite.
Weiter draußen, nach dem Kanal zwischen Riff und Sand, kommen die Wellen ins Spiel. Es handelt sich nicht um unbeherrschbare Monster, sondern um lange, regelmäßige Swells mit glatten Sections, die Bottom Turns und saubere Cutbacks ermöglichen. Für jene, die jahrelange Erfahrung mit Kitesurf Italien zwischen kurzen, chaotischen Tirreno-Wellen haben, ist der Unterschied deutlich. Hier hat die Welle Zeit, sich zu entwickeln und gibt dir Raum zum Manövrieren.
Das Spiel der Gezeiten fügt eine weitere Leseschicht hinzu. Bei steigender Flut verschwinden einige Untiefen, Kanäle füllen sich und bestimmte Lagunen werden perfekt für sanfte Downwinds. Bei fallender Tide hingegen tauchen wahre „Sandteppiche“ auf, wo das Wasser kaum bis zum Knie reicht. Ideal, um Body-Drag, Relaunches und erste Übergänge in aller Ruhe zu perfektionieren.
Ein Aspekt, der stark an manche italienische Spots erinnert, wie sie in Guides zu Kitesurf Lecce, Kitesurf Taranto oder Kitesurf an der Adria beschrieben werden, ist die Vielfalt, die sich auf wenigen Kilometern konzentriert. Der Unterschied ist, dass in Watamu all das auf warmem Wasser, ohne Überfüllung und in einer tropischen Kulisse mit Palmen, Dhows der Fischer und überall gesättigten Farben stattfindet.
Wie man den Spot liest: Praktische Beispiele fĂĽr drei Rider-Profile
Um diese Theorie in konkrete Entscheidungen zu verwandeln, hier drei typische Profile und ihre Tageswahl am selben Spot in Watamu.
1. Anfänger im Kurs – Marta ist am dritten Tag der Kitesurf-Schule. Sie hat gerade gelernt, den Kite am Strand zu kontrollieren und beginnt mit dem Body-Drag. Der Wind liegt bei 18–20 Knoten, die Tide ist mittel steigend. Die natürliche Wahl ist die innere Lagune: flaches Wasser, keine Wellen, Boden erreichbar. Der Instructor begleitet sie zu Fuß entlang der Sandbank, schnelle Korrekturen und viele Wiederholungen. Priorität hat nicht das lange Fahren, sondern Vertrauen aufzubauen.
2. Fortgeschrittener in Progression – Davide fährt Halsen und Wenden, beginnt aber gerade mit Sprüngen und ersten Backrolls. Derselbe Tag, derselbe Wind, aber er entscheidet sich, etwas weiter hinauszufahren, wo der Chop leicht ist und das Wasser nicht mehr spiegelglatt. Er hat Platz zum schnell Planen, um längere Kanten zu fahren und Sprünge mit weichem Landen zu versuchen. Die Lagune wäre für sein Ziel zu „statisch“.
3. Fortgeschrittener Wave / Big Air – Sara lebt von Hook & Unhook, Strapless und Linien auf der Welle. Sie wartet, bis der Wind über 22–23 Knoten steigt und die Tide genug Wasser über das Riff bringt. Sie geht mit der 7m raus, nimmt Kurs auf den Kanal, überquert den Weißwasserbereich und positioniert sich an der Section, wo die Wellen sanfter brechen. Dort schafft sie ihr Spielgelände zwischen Bottom Turns, Cutbacks und Off-the-Lip-Sprüngen.
Drei verschiedene Rider, derselbe Spot, drei völlig unterschiedliche Sessions. Das ist die Stärke von Watamu: die Möglichkeit, die Session auf dich zuzuschneiden, wie im Salento, wenn du zwischen Kitesurf Ionio und Kitesurf Adriatico je nach Wind wählst. Hier ist das Konzept identisch, nur dass der Rahmen afrikanisch ist und das Wasser nie unter 25 °C fällt.
Logistik, Transfers und Alltagsleben in Watamu fĂĽr Besucher aus dem Mittelmeerraum
Anzukommen in Watamu ist nicht so kompliziert, wie es für jene scheint, die nur Reisen in Europa für ihre Kitesurf-Reisen organisieren. Der erste Schritt ist ein Flug nach Nairobi, bedient von Airlines wie Kenya Airways, British Airways, Turkish, Etihad oder Qatar. Von dort kannst du einen Inlandsflug nach Malindi nehmen, dem nächstgelegenen Flughafen, mit lokalen Anbietern wie Jambojet, Fly 540 oder AirKenya, oder du fliegst nach Mombasa und legst die restliche Strecke in etwa zwei Stunden per Auto entlang einer landschaftlich reizvollen Küste zurück.
Einmal in Malindi oder Mombasa angekommen, organisieren viele Unterkünfte und Schulen private Transfers; es ist aber auch möglich, ein lokales Taxi zu vereinbaren. Die Tarife sind recht standardisiert und oft günstiger als in vielen Mittelmeer-Destinationen. Die Währung ist der kenianische Schilling (KSH), aber Dollar und Euro werden in Hotels und Restaurants akzeptiert; für kleine Einkäufe in lokalen Bars und Supermärkten ist es besser, Bargeld in Landeswährung zu haben. Geldautomaten und Bankfilialen gibt es und sie akzeptieren gängige internationale Karten.
Die tägliche Mobilität zwischen den Spots ist einer der Pluspunkte von Watamu. Du musst keinen Wagen mieten, um dich entlang der Bucht zu bewegen: Tuk-Tuks verbinden die verschiedenen Punkte für wenige hundert Schilling und erlauben es dir, je nach Wind und Tide die Beach zu wechseln, ohne Stress mit Parkplätzen. Wer noch mehr sparen will, kann die bodaboda-Mopeds nehmen — schnelle, aber etwas waghalsige Motorradtaxis, meist ohne Helm. Die Grundregel: Wenn du dich nicht sicher fühlst, wähle das Tuk-Tuk, besonders wenn du Boards und Ausrüstung dabei hast.
Für längere Fahrten oder Ausflüge außerhalb des Dorfes, etwa zu den Safari-Parks oder nahegelegenen Städten, kann ein Mietwagen eine gute Idee sein. Die Tagesraten liegen meist im Bereich von 20–30 Dollar, variabel je nach Saison und Fahrzeugtyp. Besucher aus dem Kitesurf Italien-Umfeld schätzen die Freiheit, Meerestage mit Ausflügen ins Inland zu kombinieren, ohne alle paar Tage die Basis wechseln zu müssen.
Watamu ist auch digital gut versorgt. 3G- und 4G-Abdeckung ist weit verbreitet, lokale SIM-Karten sind sehr preiswert und nachladbar. So lässt sich zwischen zwei Sessions remote arbeiten oder einfach Forecasts und Windkarten mit Apps wie Windy oder Windguru checken — genau wie vor einer Session im Kitesurf Salento oder beim Kitesurf Liguria. Viele Hotels und Guesthouses bieten inkludiertes WLAN, ausreichend für Calls und Uploads von Session-Videos.
Wo schlafen und was essen: vom Kite-Lodge bis zum Treehouse mit Ozeanblick
Das Schöne an Watamu ist die Vielfalt an Unterkünften. Wer eine einfache, kite-orientierte Lösung sucht, findet kleine Strandhotels und Lodges, oft mit integrierter Schule, Board-Depot und Kompressor. Es gibt auch All-Inclusive-Resorts direkt am Strand — ideal, wenn du mit Familie oder nicht-kiteenden Freunden reist, die Meer und Pool genießen wollen, während du auf Session gehst.
Für jene, die etwas Originelleres suchen, gibt es spezielle Unterkünfte wie Baumhäuser für Yoga, Boutique-Hotels inmitten der Vegetation oder private Villen zur Miete für Rider-Gruppen. Dieses Format ist sehr beliebt bei denen, die es gewohnt sind, Häuser an italienischen Spots oder in Zielen wie Kroatien oder Griechenland zu teilen: die Gruppe mietet eine Villa, füllt den Kühlschrank und lebt den Rhythmus zwischen Kite und entspanntem Zuhause.
Was das Essen angeht, bleibt Watamu in erster Linie ein Fischerdorf. Das bedeutet frischesten Fisch, Hummer und Krabben zu Preisen, die deutlich unter vielen europäischen Destinationen liegen. Die lokalen Märkte sind ein Fest tropischer Früchte, Gemüse und Gewürze, während die Restaurants afrikanische Küche mit starker italienischer Prägung mischen: Pizza von hoher Qualität ist hier nicht ungewöhnlich, ein Erbe der jahrelangen italienischen Präsenz an der kenianischen Küste.
Die Abende beginnen oft mit einem lokalen Bier, dem bekannten Tusker, das in Bars und Lokalen sehr günstig ist. Das Ambiente ist entspannt, aber wer länger bleiben will, findet Beachbars und Clubs mit Musik bis in die Morgenstunden an einigen Schlüsselabenden. Die Stimmung ähnelt der der Kite-Communities rund ums Mittelmeer: wenig unnötiges Gerede, viel Lust, Wind- und Crash-Geschichten zu teilen — genau wie nach einem langen Tag Kitesurfen im Kitesurf Adriatico oder einer Session auf Sardinien.
Einfache Logistik, ehrliches Essen, ordentliche Verbindung und UnterkĂĽnfte fĂĽr jedes Budget: die perfekte Mischung, um Watamu zur Kite-Basis zu machen und nicht nur zu einer exotischen Episode.
Wind, aber nicht nur: Safaris, Mida Creek und „No-Wind“-Tage in Watamu
Auch an den verlässlichsten Destinationen kann ein windloser Tag vorkommen. Im Gegensatz zu vielen Spots, an denen ein „No-Wind-Day“ ein Albtraum ist, wird er in Watamu zur Gelegenheit, eine andere Seite Afrikas zu entdecken. Die Regel hier ist simpel: wenn der Wind schläft, bewegst du dich.
Nur wenige Stunden entfernt liegt der Tsavo-Nationalpark, eines der größten Schutzgebiete Kenias, von dem tägliche oder mehrtägige Safaris zu den „Big Five“ starten. Das ist nicht nur ein Touristenausflug: Für viele Rider setzt der Anblick von Elefanten und Löwen nach Tagen auf dem Wasser vieles wieder in Perspektive. Es gibt auch den nahen Arabuko Sokoke Forest mit einer Wasserstelle, an der Elefanten aus geringer Entfernung trinken — in etwa einer Viertelstunde vom Zentrum Watamus erreichbar.
Wer lieber an der Küste bleibt, findet in Mida Creek eine andere Welt. Es handelt sich um eine weite Mangrovenbucht, perfekt für SUP-Ausflüge bei Sonnenuntergang, Touren in traditionellen Dhows und schwimmende Aperitifs. Ruhiges Wasser, das abflauende Licht und der Vogelgesang schaffen eine Atmosphäre, die dem Adrenalin einer 25-Knoten-Session entgegengesetzt ist, aber ebenso intensiv. Viele Rider erzählen, dass die besten Tage jene sind, an denen sie morgens kiten und abends Mida Creek erleben.
Alternative Wasseraktivitäten fehlen nicht: Schnorcheln, Tauchen und Hochseeangeln sind allgegenwärtig. Das Riff beherbergt eine reiche Tierwelt und Bootstouren starten oft direkt von denselben Stränden, die auch von den Kite-Schulen genutzt werden. Für Besucher aus dem Mittelmeer, wo der Meeresboden oft weniger farbenprächtig ist, ist der erste Sprung in Watamu ein positives visuelles Schockerlebnis.
Schließlich gibt es ein ganzes Spektrum kleinerer Besuche, die den Aufenthalt bereichern: Meeresschildkröten-Rehabilitationszentren, Schlangenparks für jene, die die lokale Fauna besser kennenlernen wollen, historische Ruinen, die Jahrhunderte des Austauschs zwischen Afrika, dem Nahen Osten und der arabischen Welt erzählen. Anders gesagt: Kite ist der rote Faden, aber nicht der einzige Grund, hier zu sein.
Recovery, Lifestyle und Verbindungen zu anderen Kitesurf-Spots weltweit
Eine Reise nach Watamu ist nicht nur eine Abfolge von Kanten. Sie ist auch ein Moment, den eigenen Rider-Lifestyle neu zu kalibrieren. Die Tage beginnen oft früh mit Stretching, Yoga oder einem Strandspaziergang, gefolgt von Windcheck und Session-Planung. Abends, zwischen feurigen Sonnenuntergängen und Fischgerichten, ist die Müdigkeit eine gesunde, muskuläre Erschöpfung, die nach vollen, aber nicht hektischen Tagen kommt.
Wer aus dem europäischen Spot-Zirkel kommt — von Griechenland und seinen windigen Inseln über Kroatien bis zur Ligurien- und Salento-Region — nutzt Watamu oft als nächsten Schritt in seiner Entwicklung. Die konstanten Bedingungen erlauben es, Manöver sequenziell zu trainieren, ohne die Frustration intermittierender Windlöcher. Praktisch: In einer Woche hier machst du dieselbe Anzahl an echten Versuchen, wie du sie in einem Monat mit wechselhaftem Wind hättest.
Dieser „windzentrierte“ aber nicht obsessive Lifestyle ist das, was viele Rider suchen: entspannte Tage aus Sessions, Erholung, gutem Essen und Natur. Mit dem Bewusstsein, dass bei der Rückkehr zu Hause jeder neue Windstoß im Kitesurf Salento oder an den Kitesurf Adriatico-Spots mit mehr Klarheit gelesen wird, nachdem man gelernt hat, äquatoriale Winde so regelmäßig zu interpretieren.
Watamu erinnert dich letztlich an etwas Einfaches: Den Wind kann man nicht befehlen, aber man kann ihn lesen. Und je besser du ihn liest — in Afrika wie in Italien — desto vollständiger, präziser und persönlicher wird jede Session, überall.
Wann ist die beste Zeit, um in Watamu, Kenia Kitesurfen zu gehen?
Watamu bietet zwei Hauptwindzeiten: Von Dezember bis April weht der Kaskazi aus Nordosten mit 20–25 Knoten im Mittel, ideal für Freeride, Progression und Kitesurf für Anfänger; von Juni bis September kommt der Kuzi aus Südosten, stärker (25–30 Knoten) und perfekt für Wave Riding und Big Air. Die Übergangsmonate (Mai, Oktober–November) können gute Tage bringen, sind aber weniger konstant — wähle sie nur, wenn du eine gewisse Unsicherheit akzeptierst.
Ist Watamu geeignet, um Kitesurfen von Grund auf zu lernen?
Ja, es ist ein hervorragender Spot für Einsteiger. Die inneren Lagunen mit flachem, ruhigem Wasser, der sandige Grund und der cross-onshore Wind schaffen eine sichere, kontrollierte Umgebung. Lokale Schulen sind geübt im Umgang mit Anfängern und bieten progressive Kurse über mehrere Tage an. Das warme Wasser hilft, Ermüdung und Angst zu reduzieren: keine dicken Neoprenanzüge, nur volle Konzentration auf Kite-Kontrolle und Waterstart.
Welche AusrĂĽstung braucht man fĂĽr eine Kite-Reise nach Watamu?
Für die meisten Rider reichen zwei Kites: ein 9m und ein 12m für die Kaskazi-Saison, oder ein 7m und ein 9m für den stärkeren Kuzi. Ein Twin-Tip-Freeride-Board ist völlig ausreichend; Wave-Fans können ein Strapless mitbringen oder vor Ort mieten. Kein Neopren nötig: UV-Lycra, Kappe, Brille mit Band und viel Sonnenschutz genügen. Pumpen und einige Basis-Ersatzteile (Pads, Schrauben, Leinen) sind nützlich, aber viele Schulen stellen bereits alles vor Ort bereit.
Wie kommt man aus Italien nach Watamu?
Aus Italien fliegt man zuerst nach Nairobi mit Airlines wie Kenya Airways, Turkish, Qatar, Etihad oder British Airways. Von dort kann man einen Inlandsflug nach Malindi nehmen, dem nächstgelegenen Flughafen zu Watamu, mit Anbietern wie Jambojet, Fly 540 oder AirKenya. Alternativ landet man in Mombasa und fährt dann per Landweg etwa zwei Stunden weiter. Viele Unterkünfte und Schulen bieten organisierte Transfers vom Flughafen an, sodass Anreise und Transport der Ausrüstung leicht zu koordinieren sind.
Was kann ich in Watamu machen, wenn kein Wind ist?
Windstille Tage in Watamu sind kein Problem. Du kannst Tages- oder Mehrtages-Safaris im Tsavo-Nationalpark organisieren, Mida Creek per SUP oder Dhow bei Sonnenuntergang erkunden, Schnorcheln oder Tauchen an der Korallenbarriere, Hochseeangeln unternehmen oder Meeresschildkröten-Rehabilitationszentren und historische Küstenruinen besuchen. Viele Rider nutzen solche Tage auch für Yoga, Stretching und Regeneration, um bei der nächsten Windfenster-Session frischer aufs Wasser zurückzukehren.

